Der Schrank im Kinderzimmer füllt sich schnell, weil Kinder wachsen und ständig neue Kleider und Spielsachen hinzukommen. Oft stapeln sich die Sachen in den Fächern so hoch, dass nichts mehr zu finden ist. Wer den Schrank allein aufräumt, macht sich viel Arbeit, und nach kurzer Zeit sieht es wieder gleich aus. Sinnvoller ist es, das Kind von Anfang an mit einzubeziehen. So lernt es nebenbei, Verantwortung für seine Sachen zu übernehmen.
Einmal im Monat setzt ihr euch gemeinsam vor den offenen Schrank. Das Kind zeigt, was es noch gern trägt und was ihm zu klein oder zu unbequem geworden ist. Erwachsene helfen mit, ohne über alles zu entscheiden. Wichtig ist, dass der Termin fest ist, damit er zur Gewohnheit wird. Am besten wählt man einen ruhigen Tag ohne Zeitdruck.
Drei Stapel bilden
Beim Durchgehen entstehen drei Stapel: was bleibt, was weitergegeben wird und was in den Abfall gehört. Für die zweite Gruppe bereitet man eine Kiste oder einen Sack vor, damit nichts wieder im Schrank landet. Kleidung, die noch gut ist, kann an jüngere Kinder in der Familie oder im Bekanntenkreis gehen. Kaputtes und Fleckiges wird ohne langes Zögern aussortiert. So bleibt nur das im Schrank, was wirklich gebraucht wird.
Nach dem Aussortieren wird der Schrank neu eingeräumt, und zwar so, dass das Kind alles selbst erreicht. Die Sachen, die täglich gebraucht werden, liegen auf Augenhöhe, und selten getragene Kleidung kommt weiter oben oder unten hin. Kleine Körbe halten Socken, Unterwäsche und Mützen zusammen. Ein Bild oder ein Wort am Korb zeigt, was hineingehört. So kann das Kind die Ordnung auch selbst wiederherstellen.
Auch Spielsachen und Bücher, die im Schrank liegen, werden bei dieser Gelegenheit angeschaut. Was seit langem nicht mehr benutzt wurde, darf gehen, denn ein kleineres Angebot lädt zum Spielen ein. Manche Kinder trennen sich leichter von etwas, wenn sie wissen, dass es jemand anderem Freude macht. Man muss sie nicht drängen, denn Geduld zahlt sich hier aus. Sortiert das Kind selbst, entsteht daraus ein Gefühl von Stolz.
Nach einiger Zeit wird aus dem monatlichen Termin ein vertrauter Ablauf, auf den sich beide einstellen. Das Kind merkt, dass Ordnung nichts Bedrohliches ist, sondern das Leben leichter macht. Auch die Eltern sparen Zeit, weil der Schrank nicht mehr in einem Kraftakt geleert werden muss. Das Kinderzimmer bleibt ein Ort, an dem es gerne spielt und schläft. Wer früh damit beginnt, legt einen guten Grundstein für später.